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Heiliges Land 2011

Zwischen grünen Hügeln, Wüste und Mauern -
Kath. Kirchengemeinden St. Kilian und Liebfrauen auf den Spuren Jesu im Heiligen Land.


Wie groß die Resonanz sein würde, konnte niemand ahnen, als im Spätherbst 2009 im Pfarrverbund Bad Salzuflen - Schötmar eine besinnliche Reise auf den Spuren Jesu ins Heilige Land angeboten wurde!
Über 100 Interessenten meldeten sich für dieses Angebot, die auf zwei Fahrten aufgeteilt wurden.
An sieben Abenden mit den Themen "Das Alte Testament", "Die Kindheit Jesu in Bethlehem und Nazaret", "Das Wirken Jesu in Galiläa", "Jerusalem im Leben Jesu", "Die Urkirche und die Ausbreitung des Christentums" wurden die Fahrten intensiv vorbereitet. Die letzten zwei Vorbereitungsabende machten die Teilnehmer unter dem Thema "Streit ums Heilige Land" mit der heutigen Situation dort vertraut.
Vom 21. bis 28.02.2011 machte sich die erste Gruppe unter der Reiseleitung von Diakon Adrian Koczy und der Geistlichen Begleitung von Pastor Detlef Stock auf ihre Pilgerfahrt. Mit dem Flugzeug ging es von Frankfurt nach Tel Aviv und dann mit dem Bus entlang der Mittelmeerküste nach Nazaret.
Das Programm begann mit einem Gottesdienst in der Verkündigungskirche in Nazaret. Danach fuhren wir in die Höhen des Golan zu den Jordanquellen bei Banjas, dem einstigen Cäsarea Philippi am Fuß des Hermon. Zu Fuß ging es zum Pan-Heiligtum und zum Wasserfall, weiter zum Naturpark Dan, dem alttestamentlichen Lajisch, einst eigenständiges Heiligtum vor der Jerusalemer Kultzentralisierung. Eine Wanderung im Quellwald zum Tell Dan zeigte uns die Vielfalt der Flora des Landes.
Der dritte Tag führte uns zum Berg der Bergpredigt mit Ausblick auf den See Genesaret. Zu Fuß gingen wir hinunter zum See nach Tabga, dem traditionellen Ort der wunderbaren Brotvermehrung. Am See Genesaret feierten wir eine hl. Messe. In Kafarnaum, der "Stadt Jesu" sahen wir die Gassen und Häusern aus römischer Zeit. Eine Bootsfahrt auf dem See Genesaret gab uns Zeit zum Ausruhen und Nachdenken.
Am vierten Tag war der Berg Tabor mit der Verklärungsbasilika unser erstes Ziel. Der Blick über das weite Land, aber auch das Wissen um die Zerrissenheit dieses Landes, waren beeindruckend. In Jericho gingen wir über die Schutthügel der "ältesten Stadt der Welt".
Der Besuch der Ruinen von Qumran, der ehemaligen Gemeinschaftssiedlung der Essener und der Blick auf die Höhlen, in denen die berühmten Schriftrollen vom Toten Meer gefunden wurden, schlossen sich an. Auch eine Bademöglichkeit im Toten Meer stand im Programm. Durch die Wüste Juda ging es weiter nach Betlehem.
Der nächste Tag begann mit einer Fahrt zum Herodion, den ab 1972 wieder gefundenen Überresten des Herodespalastes, in dem die Grabstätte Herodes des Großen gefunden wurde.
Die hl. Messe auf den Hirtenfeldern bei Betlehem und der Besuch der Geburtskirche sowie das Treffen mit einer christlichen palästinensischen Familie waren besonders emotional. Die Schriftstellerin Faten Mukarker erzählte uns von ihrem Leben zwischen Grenzen und Mauern. Am Nachmittag waren wir im Zentrum Diyar, einem Zentrum der luth. Kirche in Betlehem. Dort wird unter der Leitung von Pastor Dr. Nitri Raheb für und mit den Frauen in Palästina gearbeitet.
Der sechste Tag führte uns nach Jerusalem. Auf der Höhe des Ölbergs sahen wir das Panorama Jerusalems mit seinen vielen historischen Stätten. Der Gang über den Ölberg zur Kirche Getsemani machte den Weg Jesu zum Beginn seines Leidens in uns lebendig. Über die Via Dolorosa gelangten wir zur Grabeskirche. Trotz der vielen Menschen, die genau wie wir die hl. Stätten besuchen wollten, war es anrührend, diese Orte zu besuchen.
Am Sonntag waren wir an der Klagemauer und auf dem Tempelplatz, sahen den Felsendom und die El-Aksa-Moschee, den Abendmahlssaal und die Dormitiokirche mit dem Grab Mariens. Hier wird an jedem Tag in vielen Sprachen um Frieden für das zerrissen Heilige Land gebetet.
In der Lazaruskirche in Bethanien feierten wir den letzten Gottesdienst unserer Reise. Vor unserem Rückflug besuchten wir noch Abu Gosch, das biblische Emmaus. In der Hl. Schrift lesen wir von den Jüngern: "Sie erkannten den Herrn nicht". Wann werden die Menschen erkennen, was ihnen zum Frieden dient?

Text: Gertrud Thole

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