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Fastensuppenessen 2008
Mehr als 13 000 Euro für Kamerun
Erlöse aus der Sternsingeraktion für Hilfsprojekt

Bad Salzuflen-Schötmar (sjb). Unzählige Kilometer trennen Bad Salzuflen und Tchollire, das im Nordosten Kameruns liegt, von einander. Doch beide Städte sind durch das Band der Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft verbunden: 13 300 Euro wurden jetzt für Projekte gesammelt.
"Es ist unvorstellbar, unter welchen Bedingungen die Menschen dort leben müssen," so der Pastor der katholischen Kirchengemeinde St. Kilian, Detlef Stock über die afrikanische Stadt. "Die Menschen dort wohnen in Stroh- oder Lehmhütten, besonders erschreckend sind aber oftmals die hygienischen Zustände, sowie die medizinische Versorgung." Über den Diakon Adrian Koczy kam vor vier Jahren Kontakt mit den Schwestern des Ordens "Mägde Mariens" zustande, die seit mehr als 30 Jahren in Kamerun Missionsstationen betreuen. Seitdem fließen jedes Jahr die Einnahmen der Sternsinger-Aktion der Gemeinden St. Kilian und der Liebfrauengemeinde in die Arbeit der Ordensschwestern, die in Tchollire einen Kindergarten errichten konnten. "Das Geld soll dafür eingesetzt werden, den Kindergarten um eine Grundschule zu erweitern. Bildung ist maßgeblich dafür, den Menschen in Afrika aus ihrer Situation dort zu helfen. Hilfe zur Selbsthilfe," so Adrian Koczy.



Besuch von den Ordensschwestern: (von links) Diakon Adrian Koczy,
Schwester Andrea, Schwester Radoslawa, Pastor Detlef Stock und
Schwester Dalmatia trafen sich in Bad Salzuflen.


Quelle: Lippische Landeszeitung
Foto: Borchert

Predigt von Schwester Dalmatia
„Wie geht es dir?“ – Diese Frage gehört zu unserem Alltag. Aber wer erwartet schon ernsthaft eine Antwort darauf? Das Gespräch von Jesus mit der Frau am Jakobsbrunnen will uns zeigen: Jesus hält es aus, hört einfach zu. Die Frau sucht mit Jesus nach der Tiefe ihres Lebens, weiter unter die Oberfläche. „Der Brunnen ist tief“.
Eine Antwort auf unsere Suche nach der Tiefe des Lebens kann und will auch unser Glaube an Gott geben. Es tut manchmal gut in einem Ort der Stille, einfach die Gedanken und Erinnerungen aufsteigen zu lassen, Erinnerungen an Erlebnisse, an Menschen, an Alltägliches im eigenen Leben, an die eigene Kindheit. So vieles liegt in der Tiefe des Brunnens, und dieses Wasser – um im Bild zu bleiben – ist der eigentliche Reichtum, der Schatz, das, was lebendig macht. Zu sich selbst finden, das kann manchmal ein weiter, auch mühsamer Weg sein. Denn es gab Brüche, Verletzungen, Mühen. Und doch ist dahinter immer auch die Erfahrung, dass vieles gut geworden ist, dass vieles auch einfach geschenkt wurde, unerwartet, unverhofft. Dieses Wissen und diese Erinnerung können helfen, immer wieder neu zu erspüren, dass trotz vieler Mühsal und Not dieses Leben erlöst, befreit ist durch Gott, durch seinen Sohn Jesus Christus.
Der Hl. Apostel Paulus schrieb an die Römer: Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Hl. Geist, der uns gegeben ist.
Unser Gründer der sel. E. Bojanowski liest sich mit allen seinen intellektuellen Begabungen durch den Hl. Geist in die Tiefe des Lebens führen. Er hat den Mut gehabt, hinter die Oberfläche zu schauen. Er lebte in außergewöhnlich schwierigen Zeiten des 19Jhs. Seine Heimat Polen war der Freiheit beraubt, Katastrophen brachen herein und Epidemien herrschten. Er schritt oft durch die Dörfer, schaute in die dunklen Bauernhütten und beobachtete die Lebensweise der Dorfbewohner. Als gebildeter Mensch adeliger Herkunft hat er in den Augen der Menschen, besonders der Kinder und Jugendlichen die tiefe Sehnsucht nach der Liebe, nach dem menschenwürdigen Leben gefunden. Sein fester Glaube, den er lebte, lies nicht zu, dass er gegenüber diesem Schrei der Armen gleichgültig blieb. Er suchte nach einer Lösung der Probleme. Er hörte einfach Gott und den Menschen zu. Und findet in den Worten Christi: Alles was ihr den geringsten meinen Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan. seine persönliche Berufung. Er fasst den Entschluss, sich ganz und gar den unbetreuten Waisen, Kranken und hilflosen Armen zu widmen. Er erträgt alle Schwierigkeiten, die ihm beim Aufbau seines Liebeswerkes erstehen und gründet eine Institution, die heute in 3 Kontinenten u. a. in Kamerun den Menschen dient vor allem den Armen und Kindern. Als Pädagoge beschäftigte er sich besonders mit der Erziehung der Kinder. Er weiß dass der Hoffnungsträger eines Volkes die Kinder sind. So beteiligt er sich an der Gründung der ersten städtischen Kinderbetreuungsstätte im Gebiet von Posen. Er schrieb für diese Einrichtungen Statuten. Sie verbreiteten sich im Land recht schnell. Seine Kinderbetreuungsstätte soll den Kindern ein Heim bieten. Es geht Edmund Bojanowski um eine ganzheitliche körperlich-seelisch-geistige Erziehung. Die Priorität hat aber die religiöse Erziehung. Edmund weiß um die Sensibilität des Kindes, um seine große Aufnahmebereitschaft für religiöse Wahrheiten. Von großer Bedeutung war auch die soziale Formung und das Singen. Er verfasste selber die Lieder und führt die Kinder in die Bereiche: Natur, Bräuche, Arbeit, Familie, Freundschaft und Religion ein. Außerdem war auch das Erzählen gepflegt, um den reichen Schatz der Überlieferungen und Sitten des Volkes lebendig werden zu lassen. Er macht auch auf Wunderbare der Natur aufmerksam. Es weckt immer wieder neu das ehrfurchtsvolle Staunen der Kinder und lernt sie dankbar zu sein. Besonders wichtig waren die Gespräche über Alten und Neuen Testament, über Geschichte und bäuerlichen Alltag. Er führte die Kinder auch in die Garten und Hausarbeit ein. Außerdem wurden Selbstkontrolle und Selbstkritik systematisch anhand des Tagebuches eingeübt. Sein Erziehungskonzept baute vor allem auf zwei wichtigen Faktoren: er will in den kindlichen Seelen das Bewusstsein der eigenen Verantwortung wecken und er will sie lehren, ihre kleine Habseligkeiten mit den Armen zu teilen. Er legte auch einen großen Wert auf die Heranbildung der Betreuerinnen, aus denen mit der Zeit die Kongregation der Mägde Mariens entstand. Der selige Edmund sagte oft: Man muss die Not selber berühren.
Jesus im heutigen Evangelium berührt die Not der Frau am Jakobsbrunnen. Er öffnet ihr die Augen und das Herz. Sie kann jetzt als freier Mensch leben, entschiedener und bewusster für Gott und andere da sein. Lassen auch wir uns von Jesus berühren, um den anderen Menschen aus der Tiefe unseres von Gottes Liebe erfüllten Herzens zu dienen.

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