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Brot & Rosen
Ein leuchtendes Rot strahlt uns entgegen. Die Farbe, die in allen Kulturen und zu allen Zeiten das Leben symbolisiert. Das farbenfrohe
Bild scheint zunächst im Widerspruch zu stehen zu dem erschreckenden Zustand von weltweit über 800 Mio. hungernden Menschen, auf die
dieses Tuch aufmerksam machen möchte.
Jedoch: Wir sehen vor allem Menschen und Hände, die handeln und auch uns anregen möchten, aktiv zu werden, um zur Beseitigung des
weltweiten Hungers beizutragen.
Die Komposition
Die Komposition des Bildes scheint zunächst ungewohnt.
Wir sehen kleine Bilder am Rand, Ikons, die viele Aspekte zum Thema Hunger darstellen. Große „angeklickte“ Fenster, die in das Thema
Hunger und dessen Bekämpfung Einblick geben. Diese Anordnung der Bilder ist angelehnt an einen Deskop, einen Computerbildschirm, über
den wir heute oft mit der Welt in Dialog treten.
Vor allem regt die Komposition an, weiter zu „klicken“, um in Gedanken, Gesprächen und Meditationen andere Fenster zu öffnen oder
selbst kreativ zu werden.
Ein Dialogprojekt
Das Hungertuch ist ein Gemeinschaftswerk von sieben Lateinamerikanerinnen, die wegen Drogenkurierdiensten im Frankfurter
Frauengefängnis bis zu vier Jahren inhaftiert sind. In einem dreimonatigen Prozess erarbeiteten sie das Thema: Unser tägliches Brot gib
uns heute.
Dem ersten Umgang mit Farben und Linien folgte der Austausch von Lebensgeschichten, Hoffnungen und Ängsten – dies alles floss in das
Kunstwerk ein. Dabei wurden die Frauen von den Künstlerinnen Tania Lescano und Monika Wieczorek und der Pfarrerin Ulrike Schweiger in
Zusammenarbeit mit Misereor begleitet.
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