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Auch wir waren dabei – Salzufler beim WJT in Köln

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Der Weltjugendtag in Köln hat seine Wellen bis in die katholischen Gemeinden St. Kilian und Liebfrauen schlagen lassen. Auf ihrer Pilgerfahrt nach Köln hatten bereits vom 11. bis zum 15. August junge Menschen aus Tschechien und Polen in Bad Salzuflen Station gemacht und in den Gemeinden erste Erfahrungen und Gefühle der Begeisterung über das Erleben von Glaubensgemeinschaft über Grenzen hinweg aufkommen lassen.
Hiervon inspiriert machten sich aus den beiden Gemeinden insgesamt ca. 30 Menschen auf den Weg nach Köln. Einige fuhren bereits am Dienstag mit der Pilgergruppe des Dekanats, andere machten sich im Laufe der Woche auf den Weg. Eine größere Gruppe mit insgesamt 18 Teilnehmern fuhr schließlich unter der Leitung von Diakon Adrian Koczy am Samstag mit dem Zug ab Herford in Richtung Köln - trotz der schlechten Wetterprognosen und der Berichte über den totalen Zusammenbruch des Verkehrs in und um Köln.
Endstation war der kleine Bahnhof in dem Ort Horrem, ca. 5 km entfernt vom Marienfeld, dem Ort wo als Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung alle Pilger zusammenkommen sollten, um gemeinsam mit dem Papst zu feiern. Alle Zweifel über das Gelingen dieser Reise waren spätestens zum Zeitpunkt der Ankunft in Horrem verflogen. Bei strahlendem Sonnenschein konnte die Gruppe den Zug verlassen und wurde gemeinsam mit tausenden anderer Pilger aus allen Nationen, die laufend eintrafen, von den Einwohnern begeistert begrüßt. Der Pilgerweg durch den Ort war gesäumt von Menschen, die winkten und Erfrischungen von Wasser bis zu klein geschnittenen Obst- und Gemüsestücken reichten. Diese Gaben wurden dankbar angenommen, denn es musste eine gehörige Erhebung überwunden werden, was vor allem den jüngeren Teilnehmern mit ihrem Gepäck und den Rucksäcken nicht immer leicht viel.
Groß war die Freude, als nach vielen Stunden der Wanderschaft endlich auf dem Marienfeld ein Lagerplatz eingenommen war. Mittlerweile war es Abend geworden und das Marienfeld bereits gefüllt mit hunderttausenden von Menschen und immer noch kamen große Pilgerströme an. Es trafen Menschen aller Hautfarben und Sprachen aufeinander, häufig Flaggen ihrer Nation schwenkend. Dem Betrachter bot sich ein beeindruckendes Bild von Menschen, die alle friedlich dicht an dicht ihr Lager eingenommen hatten und versuchten, über Sprachbarrieren hinweg miteinander ins Gespräch zu kommen.
Riesig war der Jubel, als zur Feier der Vigil Papst Benedikt IX auf das Marienfeld kam. In großer Eintracht wurde miteinander gebetet, gesungen, getanzt und gelacht lange noch nachdem der Papst das Marienfeld für diesen Tag wieder verlassen hatte. Nahezu eine Million Menschen verbrachten so gemeinsam die Nacht unter freiem Himmel, der sich von seiner freundlichsten Seite zeigte. Schlafen und Wachen wechselten sich bei dem Einzelnen immer wieder ab, aber die hier entstandene Stadt des Glaubens pulsierte während der ganzen Nacht. Wie groß war die Begeisterung, als es in dieser riesigen Menschenmenge zu einem unverhofften Treffen mit einzelnen Pilgern aus den Gruppen aus Polen und Tschechien kam, die zuvor zu Gast in Bad Salzuflen gewesen waren!
Der Sonntag begann dann mit neuen Strömen von Gästen auf das Marienfeld, um gemeinsam mit dem Papst die Abschlussmesse zu feiern. Papst Benedikt hat sinngemäß in seiner Predigt das wiedergegeben, was hier alle empfunden haben: Der Glaube ist keine Belastung im Leben sondern eine Unterstützung, Glaube muss nicht isoliert und zusätzlich geleistet werden sondern hilft bei der gemeinsamen Bewältigung des Lebens.
Am Sonntagabend kam die Gruppe aus Bad Salzuflen erschöpft aber glücklich wieder zu Hause an. Für alle haben diese zwei Tage eine große Anstrengung bedeutet und jeder hatte nur noch das Bedürfnis nach einer Dusche und einem Bett. Und trotzdem möchte keiner diese gemeinsam erlebten Stunden missen, sie waren eine Erfahrung, die besonders die jüngeren Teilnehmer begeistert hat und den Wunsch geweckt hat, beim nächsten Weltjugendtag in Sydney wieder dabei sein zu dürfen.


Birgit Glückert